Akademisches Viertel

In den verschiedenen Ecken des akademischen Viertels finden Sie übers Jahr verteilt Vorträger, die Ihnen von ihren fachlichen Passionen berichten. Sie sind herzlich eingeladen zu abendlichen geselligen Foren in der Schünemannschen Mühle, unserem Akademischen Viertel.

 

Jetzt sei doch mal spontan!
Extemporierter Stegreif über die Improvisation in der Musik

Ein Vortrag von Markus Lüdke, Programmleiter Musik
Improvisation ist ein Paradoxon: Die Freiheit, alles zu dürfen und dann bitteschön auch gleich zu müssen. Lass dir was einfallen, sei ganz Du selbst, fühl’ dich frei und lass es kommen - aber schnell. Nicht mehr drüber nachdenken, frei und frisch drauflos, nur noch aus dem Augenblick schöpfend - dann wird schon alles aus heiterem Himmel wie angeflogen kommen: die Inspirationen, oder?
Aber der niederschmetternde Nachweis, das letztlich mühsam Abgerungene sei ja so spontan gar nicht sondern allenfalls abgespulte Routine oder wiedergekäute Tradition, ist leicht geführt. Der Wegfall von Vorgeschriebenem und Regeln erleichtert zudem die notwendig zu treffenden Entscheidungen kaum, macht sie in der Fülle wachsender Optionen eher zur Qual der Wahl. Die Folge: Angstschweiß legt sich auf die Stirn, der Blackout droht. Nichts geht mehr. - Eh, ... was war noch mal die Alternative?


Herzrasen
Ältere Menschen spielen Theater

Ein Vortrag von Thomas Lang, Programmleiter Theater
Die Lust am Spiel mit der Rolle, an ästhetischen Bilderfindungen und am spannungsreiche Entstehen einer umfassenden Theateraufführung wird gemeinhin der Kinderzeit, dann der Schule und gelegentlich noch im Erwachsenenalter den Amateuren des Theatervereins zugeordnet. Aber auch alte Menschen spielen Theater - und das mit Leidenschaft und engagiert. Welche Spielweisen und Theaterformen des Theaters von und mit älteren Menschen heute auf der Bühne zu sehen sind, davon berichtet Thomas Lang, Programmbereich Theater, in Wort und Bild.


Kunst und Kultur - integrieren oder spalten sie?
Vortrag von Dr. Karl Ermert, Akademiedirektor
Die Demographiedebatte hat uns zu Bewusstsein gebracht, dass der Anteil der Menschen "mit Migrationshintergrund“ schon überraschend groß ist und noch beträchtlich steigen wird. Viele von ihnen führen ein ausgeprägtes kulturelles Eigenleben. Aber schon länger und auch unabhängig davon stellt sich die Frage nach der Wirkung von Künsten und kultureller Bildung für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft. Verstärken sie die Diversitäten in der Gesellschaft, indem sie die sozioökonomischen Unterschieden durch die "feinen Unterschiede“ (Bourdieu) in Stil und Geschmack noch überhöhen? Oder tragen sie zur Integration, zum gegenseitigen Verständnis bei?


"Mit Flinte und Lippenstift“
Reiseberichte von Frauen zwischen den Kriegen.

Ein Vortrag von Andrea Ehlert, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit
Fundstücken in Antiquariaten, auf Flohmärkten und in Bibliotheken gehen wir an diesem Abend nach und versuchen uns ein Bild zu machen vom Reisen und Schreiben von Autorinnen wie etwa Pola Brückner, Alma Karlin, Erna Pinner, Friedel Spada.


Lehrmeister Doktor Dodo - ein kurzer Prozess des Schreibens
Ein Vortrag von Dr. Olaf Kutzmutz, Programmleiter Literatur
Zu erzählen ist von einem Vogel, der mich seit geraumer Zeit begeistert. Er heißt Dodo, ist ausgestorben und konnte nicht fliegen. Auf der Insel Mauritius haben ihm im 17. Jahrhundert holländische Siedler, eingeschleppte Ratten und verwilderte Schweine rund siebzig Jahre nach seiner Entdeckung den Garaus gemacht. Was all das mit Schreiben zu tun haben könnte, weiß der geneigte Leser, seit Ole Könneke diesem besonderen Vogel einen Comic gewidmet hat, der im Mittelpunkt des Abends stehen soll: als heimliches Lehrbuch des literarischen Schreibens.


Aktuell: Kunst im öffentlichen Raum
Prof. Mischa Kuball mit einem Impulsreferat und im Gespräch mit Dr. Sabine Baumann, Programmleiterin Bildende Kunst
Im Sommer 2007 finden zum vierten Mal die Skulptur Projekte Münster statt. Anlässlich dieser internationalen Großausstellung geht das Programm Bildende Kunst in zwei Veranstaltungen dem Verhältnis von Kunst und Öffentlichkeit mit unterschiedlichen Fragestellungen nach: im akademischen Viertel und in einer Fachtagung im November.
Im Gespräch mit Prof. Mischa Kuball geht es um aktuelle Fragestellungen wie z.B. was kann zeitgenössische Skulptur heute sein, wie kann sie sich im öffentlichen Raum positionieren und diesen verändern?
Mischa Kuball, Professor für Medienkunst an der HfG Karlsruhe, lebt und arbeitet in Düsseldorf. Kuball gehört zu den international renommiertesten zeitgenössischen Künstlern, die mit Licht arbeiten. Er "benutzt das Licht als Transmissionsvehikel vom Sehen zum Denken.“ In seinem umfangreichen Ouevre geht es immer wieder um die Wechselwirkungen von Kunst, Stadt und Öffentlichkeit.


Ein mörderischer Ort... Das Museum in Film und populärer Literatur
Ein Vortrag von Dr. Andreas Grünewald Steiger, Programmleiter Museum
In der Literatur und im Kino erscheint die Institution Museum und die dort arbeitenden Menschen nicht unbedingt (und wie doch eigentlich anzunehmen wäre) als hochseriöse und vorurteilsfreie Personen, die stets in dem Bestreben handeln, der Objektivität der Wissenschaften zu dienen. Seltsam oft wird das Museum zum sonderbaren, unwirklichen Ort mit skurrilen Gestalten und bizarren Vorgängen, die so gar nichts mit der Wirklichkeit zu tun haben können. Oder doch ...?


Interesse? Dann geben Sie uns bitte Nachricht: telefonisch (05331-808-411), schriftlich (Fax Nr. 05331-808-413) oder per Mail (post@bundesakademie.de), und Sie bekommen jeweils eine persönliche Einladung.